Im Hilux durch Namibia

Bockbier und Springbock

Namibia ist eine der am dünnsten besiedelten Regionen der Welt. Viel Platz für eine faszinierende Tierwelt, betörend-bizarre Landschaften – und den neuen Hilux.

Gern besingen Reiseführer die „reizvollen Kontraste“, die ein fremdes Land zu bieten hat. Doch hier sind die Gegensätze nicht nur reizvoll, sondern vor allem erstaunlich: So wird etwa zu frittierten Mopane-Raupen frisch gezapftes, gleich ums Eck und nach bayerischem Reinheitsgebot gebrautes Bier serviert. Wer übers Land, auf rumpeligen Straßen durch Fels- und Steinwüsten fährt, trifft unversehens auf Orte mit vertrauten Namen wie Berghof, Altenstein oder Gamsberg. Und kurz nachdem man es sich auf der Terrasse des Cafés „Kaiser Wilhelm“ gemütlich gemacht hat, schnauzen einen ein paar Affen an – eine Pavian-Familie, um genau zu sein, die einen keckernd vom Dach herab beäugt. Kurzum: Das ist Namibia, ein Land, dem die außergewöhnlichen Momente nie auszugehen scheinen. Und das, obwohl dieser afrikanische Staat, der sich an der Atlantikküste ausbreitet, eines der am dünnsten besiedelten Länder der Welt ist. Gerade einmal 2,1 Millionen Menschen verlieren sich auf einer Fläche, die ungefähr zweieinhalb Mal so groß wie Deutschland ist.

Zwischen Bockbier, Wurstbude und endlosen Sandpisten

Das lässt folglich viel Platz für unberührte Landschaft, unzählige Wildtierarten, die einem sonst nur im Bildungsfernsehen begegnen, und ein paar Tupfen Zivilisation mit einer wechselvollen Geschichte. Namibia, das war bis 1918 Deutsch-Südwestafrika und damit Kolonialgebiet des Deutschen Kaiserreichs. Dessen „Schutztruppen“ haben dem Land ein dunkles Kapitel in der Menschheitsgeschichte – den Völkermord an zehntausenden Herero und Nama im Jahr 1904 – beschert, aber auch ein historisches Erbe, das die Nachfahren ehemaliger deutscher Siedler heute noch hochhalten. Geschäfte und Lokale mit sehr deutschen Namen (Kück’s Pub, Café Anton, Wurstbude) und einschlägige kulinarische Relikte wie Kasseler mit Sauerkraut, Eisbein oder Bockbier verweisen in der Hauptstadt Windhuk und in der an der Atlantikküste gelegenen Hafenstadt Swakopmund auf die koloniale Vergangenheit. Dazwischen jedoch breitet sich einer der faszinierendsten Landstriche des Kontinents aus. Endlose Stein- und Sandwüsten, schorfige Gebirgsrücken und archaisch-zerklüftete Hochebenen wechseln sich innerhalb von Minuten ab. Es ist ein karges, abweisendes, dennoch betörendes Land, eine bis an den Horizont reichende Kontemplation, die mit einem für afrikanische Verhältnisse gut ausgebauten Straßennetz durchzogen ist. Wobei: Straßen. Asphalt ist in Namibia eine Rarität, stattdessen dominieren Kies- und Sandpisten, die teils atemberaubende Spurrillen aufweisen. An den Rändern lauert scharfkantiges Geröll, Schlaglöcher und Furten tauchen unvermittelt auf – vor allem deshalb, weil der von Vorausfahrenden aufgewirbelte Staub minutenlang in der Luft hängt. Hier ist offroad so etwas wie die natürliche Art der Fortbewegung.

Meistverkaufter Pick-up der Welt – und auch Namibia ist Hilux-Land

Alles gute Gründe, warum das Massenmobil des Namibiers der Toyota Hilux ist. Seit Jahrzehnten schon prägt der Pick-up – gemeinsam mit anderen Toyota-Allradlern – das Landschaftsbild. An einem Tag zieht hier der Großteil der Historie dieser mittlerweile legendären, seit 1968 gebauten 4WD-Baureihe an einem vorüber. Bereits Anfang der 1970er landeten die ersten Exemplare des Hilux, von Südafrika kommend, in Namibia, mittlerweile halten die Japaner bei der achten Generation eines Robust-Klassikers, von dem insgesamt bereits über 18 Millionen Einheiten abgesetzt wurden. Damit ist der Hilux meistverkaufter Midsize-Pick-up der Welt. In über 40 Märkten, vor allem in Afrika, Südamerika und Asien, ist der Hilux zudem Bestseller in seiner Klasse. Aber auch im gut asphaltierten Europa kommen dessen Nehmer-Qualitäten samt selbstbewusster Optik immer besser an. Von der winterlichen Bergsiedlung in Österreich bis zur hitzeflimmernden namibischen Schotterpiste reicht also die enorme Bandbreite dieses Allrounders, bei dem auch in der Neuauflage robuste Werte die Basis bilden: Nochmals verstärkter Leiterrahmen, noch mehr Schweißpunkte, um den Aufbau weiter zu versteifen, um 20 Prozent verlängerte Federwege, dazu per Drehrad zuschaltbarer Allradantrieb.

Aufmerksame Assistenten, neues Interieur – der Hilux verwöhnt

Neu sind die elektronische Bergan- und abfahrhilfe sowie eine schlaue Ein- und Ausfederregelung, die vor allem in Kurven Nickbewegungen des 5,33 Meter langen Aufbaus reduziert. Gleichzeitig wurde die Anhängelast auf 3,2 Tonnen erhöht und ein standesgemäßes Arsenal an Sicherheits-Assistenten aufgefahren: Kollisionswarner, Notfall-Bremse mit Fußgängererkennung und Spurwechselwarner heben den Hilux auf den letzten Stand der Technik. Aber auch im Innenraum ist in Sachen Materialien und Anmutung die Moderne eingekehrt. Elegante, mattsilbernen Spangen im Armaturenträgerzitieren aktuelle Toyota-Designs, ein großer TFT-Bildschirm und futuristisch-bläuliche Anzeigen machen vergessen, dass von hier aus ein ausgewachsener Offroader manövriert wird. Und zwar konkret von Windhuk, der in der geografischen Mitte gelegenen Hauptstadt des Landes, nach Osten, zum Naankuse Wildlife Sanctuary. Dieses 10.000 Hektar große Schutzgebiet für afrikanische Wildtiere ist nur eines von vielen Reservaten, die in den vergangenen Jahrzehnten eingerichtet wurden. Das bekannteste ist wohl der Etosha Nationalpark, der im Norden eine Fläche von der Größe Niederösterreichs einnimmt. Sie alle bieten eine Vielzahl an Lodges, teils romantisch-verwilderte Unterkünfte, von denen aus sich die Tierwelt erfahren lässt. In Naankuse etwa wird von den Wildhütern so ziemlich alles gehegt und beforscht, was die afrikanische Fauna zu bieten hat: etwa Giraffen, Löwen, Zebras, Wüstenluchse und Paviane. (Nur für einen Besuch bei den Elefanten muss man hinauf nach Etosha.)

Achtung, Springbock: Tiere halten sich nicht an Verkehrsregeln

Dass sich die teils imposanten, teils putzigen Tierchen nicht an Verkehrsregeln halten, kann man ihnen nicht vorwerfen. Da quert schon einmal direkt vor der Motorhaube eine Springbock-Familie den Weg. Kurz darauf stakst zwischen Dornbüschen und Schirmakazien eine Giraffe daher. Praktisch, bei der Hilux-Doppelkabine eine 1,55 Meter lange und 1,54 Meter breite Ladefläche hinter sich zu wissen, die in solchen Fällen als ideale Aussichtsplattform dient. Wer indes ernsthaften Ladebedarf hat, kann hier und im restlichen Hilux bis zu 1.100 Kilo verstauen. Ein großes Zelt, Wasser, Lebensmittel, Reserve-Sprit und ein paar Dosen Windhoek Lager gehen so bequem und ohne Platzangst auf den nächsten Trip in die südwestlich von Windhuk liegenden Hakosberge, wo abseits der Straßen ein rustikaler Bergpfad auf den Hilux wartet. Eine ideale Gelegenheit für den Pick-up, zu zeigen, dass er trotz unzähliger elektronischer Beigaben noch immer ein ernsthafter Geländegänger ist. Die hintere Starrachse samt Blattfedern ist die Basis, der zuschaltbare Allradantrieb inklusive Geländeuntersetzung und Sperre hinten der Garant für souveräne Offroad-Kompetenz. Onroad, also auf den namibischen Schotter- und Sandstraßen, zeigt der Hilux hingegen, dass er nicht nur ein Arbeitstier ist, sondern auch lange Reisestrecken beherrscht. Lässig, ohne Aufwanktendenzen, steckt das Fahrwerk kleinere und größere Schlaglöcher weg, Kraft ist in jedem Drehzahlbereich dank des neuen, 150 PS starken Vier-Zylinder-Turbodieselmotors samt Direkteinspritzung immer vorhanden. Ideal in Verbindung mit der ebenfalls neuen 6-Gang-Automatik, nur wer öfter ins Gelände muss, greift zum manuellen 6-Gang-Getriebe. Sparsam sind indes beide Varianten (6,8 Liter Normverbrauch mit Handschalter, 7,2 Liter mit Automatik), was nicht zuletzt der optionalen Start-Stopp-Automatik zu verdanken ist.

Von der Namib-Wüste in die kaiserdeutsche Vergangenheit

Durch kupfern im Sonnenuntergang schimmernde Dünen, die nördlichen Ausläufer der Namib-Wüste, geht es schließlich bis zur Atlantikküste, nach Swakopmund. Wer hier ankommt, sieht sich unversehens in die kaiserdeutsche Vergangenheit zurückversetzt. Gleich nächst der „Swakopmunder Buchhandlung“ lässt es sich im Hotel „Zum Kaiser“ logieren, Geschäfte für Deutsch-Südwest-Nippes sind nur ein paar Schritte entfernt. Wie ein aus der Zeit gefallenes Ostseebad wirkt das Zentrum mit seinen pittoresken Häusern im Stil der europäischen Jahrhundertwende. Wem so viel architektonischer Liebreiz dann doch etwas zu viel wird, der kann zur eine halbe Autostunde entfernten „Dune 7“ entfliehen. Die knapp 390 Meter hohe Riesendüne markiert den Einstieg in einen weitläufigen Offroad-Parcours durch die Wüste. Genau das Richtige, um sich samt Hilux zu erproben.

Was die Presse über den Hilux schreibt

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